Am Anfang liefen zwei Geschichten paralell: (1) Der Bauingenieur Helmut fuhr 1974 nach Trinidad zum Karneval. Dort hörte und sah er die Steeldrums und Steelbands. Er
interessierte sich sehr dafür. 1975 war er auch dort. Er brachte sich eine Tenor-Pan (Sopranlage) mit nach Berlin. Ihn faszinierte nicht nur die Musik, die man mit den Pans machte, sondern auch das Bauen und Stimmen des Instrumentes. Er wurde wohl besonders angestachelt, als ihm die Leute in Trinidad sagten, das können nur sie und kein anderer. Also fing er an in Berlin nach geeigneten Fässern zu suchen. Auch ein Lagerungsort war nötig. Er
fand dann ein Lager auf einem Werkstattgelände, wo er 1975 anfing Pans zu bauen. Er baute und baute, bis er ca. 50 Fässer zusammenhatte. Dies muß mehrere Monate gedauert haben. 1977 fuhr er wieder nach Trinidad. Danach wollte er aber endlich mit den Instrumenten spielen. (2) Gene, ein Amerikaner aus Florida, lebte in Berlin und studierte dort Musikwissenschaften, wie sein Freund
Eckehardt. Auch die beiden hatten Gefallen an den Pans gefunden, Gene kannte sie aus seiner Zeit in Florida. Im Studium hatten sie sich auch damit beschäftigt. Auch sie waren 1977 dabei, eigene Fässer herzustellen, hatten damit aber einige Probleme. Als Helmut 1977 Spieler suchte, wurde er
im Musikwissenschaftlichen Institut an der Freien Universität Berlin fündig, denn er traf Gene und Eckehardt. Nun wurden "nur" noch Spieler und Arrangements benötigt. Sie suchten sich Leute durch Zeitungsannoncen und Mundpropaganda. Am 26.06.1977 wurde die Steelband gegründet. Es gab 8 Mitglieder der ersten Stunde. Der Name wurde noch gesucht. Es gab z.B.
den Vorschlag "Pumpkin Pie". Der wurde jedoch abgelehnt, denn Steeldrumspieler sind doch “harte” Kerls und Mädels, oder? Irgendwann einigte man sich auf "Tin Pan Alley Steelband". Dies stellt ein tolles Wortspiel dar: "Tin" steht ja für Zinn oder Blechdose, "Pan" heißt im Englischen eigentlich u.a. Pfanne, ist jedoch der offizielle Ausdruck in Trinidad für eine Steeldrum. Die "Tin Pan Alley" wiederum ist eine Straße in New York, in der früher viele amerikanische Musikverlage ansässig waren. Das war's, der Name war geboren.
Da Gene Musiker und auch ausgebildeter Musiklehrer ist, wurden von ihm u.a. Originalstücke (Calypsos) aus Trinidad für die TPA arrangiert. Der erste Auftritt fand 1978 bei einer Fete eines Schwimmvereins statt. Es war wohl etwas unglücklich, denn TPA spielte direkt nach einer Rock Band. Das Publikum wollte von der Steelband gar nichts wissen. Zum Glück sieht das heute ganz anders aus. Als Jens in die Steelband kam, ging
es
weiter mit den Instrumenten voran, denn er war ganz oft in Trinidad zum Karnival gewesen, hatte sich nicht nur in die Pans verliebt und heiratete seine Carol aus Trinidad in Berlin. Noch heute leben sie in Berlin mit ihren beiden Töchtern. Durch diesen Kontakt wurden immer mehr Instrumente direkt aus Trinidad mitgebracht. Es entstand auch ein Kontakt zu Aubrey in London. Er ist Pan-Bauer und Pan-Tuner. Dadurch kamen auch neue Instrumente aus London. Irgendwann waren dann alle Instrumente von Helmut durch Profiinstrumente ausgetauscht worden.
Geprobt wurde 1977 zuerst bei Helmut im Gartenhaus. Von da ging es zum Musik-Institut, bis schließlich ein Deal mit der Musikschule Neukölln in Berlin gelang: Wir bekamen im Keller einer Schule Probenräume. Nun konnte man bei uns über diese Musikschule das Panspielen erlernen. Seitdem hat sich die Besetzung mehrmals verändert, wenn auch heute noch Gründungsmitglieder dabei sind. Die Band besteht heute aus 16 Pan-SpielerInnen, drei PercussionistInnen und einem Schlagzeuger. Höhepunkte der unzähligen Auftritte war bisher das zweimalige Mitwirken bei dem von Karibischen Auswanderern veranstalteten Nottinghill Carneval in London. |